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Der Ort Werbeln liegt im Saarland, von dort stammt Wilhelm SCHWINTER, welcher später im Hessischen Kehrenbach Martha Elisabeth KRATZENBERG heiratete. Als besagter Wilhelm jedoch 1748 in Werbeln geboren wurde, hießen seine Eltern SCHWANDER, ein Umstand welcher das Ahnenforschen nicht leichter macht.
Jedoch sind die Familien aus Werbeln sehr gut erfasst, im Buch "Die Einwohner der Gemeinde Wadgassen" und somit konnte ich ein Großteil seiner weiteren Ahnen vervollständigen.

In diesem Buch stand auch eine andere wichtige Information zu der Region um Werbeln ,die die Zeit nach den Dreißigjährigen Krieg betrifft, welche ich folgend zitieren möchte.

S. 1628 ff

Das Ende des Dreißigjährigen Krieges im Gebiet der Pfarrei 
Wadgassen und die Wiederbesiedlung des Wadgasser Raumes bis zum Jahre 1700

Hart und grausam hatte die Kriegsfurie in den Jahren 1635 bis 1640 und noch länger im Gebiet der Pfarrei Wadgassen oder der “Pfarr Oberkirch“, wie sie damals meist genannt wurde, gewütet. Die geplagten und gejagten Bewohner hatten immer wieder bei Annäherung eines Heerhaufens ihre Wohnstätten verlassen müssen, um den Quälereien der verrohten Kriegsknechte zu entgehen, hatten sich in Waldverstecke zurückgezogen oder waren in abgelegenere und damit sichere Landschaften ausgewichen. Die jüngeren, noch wehrfähigen Männer waren gewaltsam zum Kriegsdienst rekrutiert worden. Hunger und Krankheiten hatten ein übriges getan. 
Bilanz: Die Zahl der Menschen war auf einen Bestand von 2,7 % der Vorkriegszahl gesunken. Vergleiche mit anderen vom Krieg heimgesuchten Gegenden Deutschlands lassen die Behauptung zu, daß unsere engere Heimat mit zu den Landschaften gehört, die den höchsten Blutzoll entrichtet haben. 
Ein Aufschwung zeichnete sich vorerst nicht ab. Die wenigen Menschen waren nicht in der Lage, das Land, das durch jahrelanges Brachliegen verwildert und zu Buschwald geworden war, wieder in seiner ganzen Ausdehnung zu bearbeiten. Ihnen fehlten dazu die Arbeitskräfte, das Vieh, das Saatgut, das landwirtschaftliche Gerät und nicht zuletzt das Geld, die notwendigsten Dinge zu beschaffen. Die Knappheit an Lebensmitteln und besonders an Getreide hatten die Preise in schwindelnde Höhen getrieben. So kostete in den Jahren 1637 und 1638 ein Quart (= etwa ein Kilogramm) Getreide dreißig Reichstaler ein Maß Wein (= etwa 1,5 Liter) eineinhalb bis zwei Reichstaler Obst, das reichlich vorhanden war, bildete, mit Waldhonig bestrichen, das Hauptnahrungsmittel. Nur langsam wuchs wegen des Mangels am Notwendigen die angebaute Fläche, während das übrige Land weiter verwilderte. Ebenso langsam stieg die Produktion von Lebensmitteln, so daß noch auf Jahre hin der Hunger ein ständiger Gast war. Dennoch gelang es bis zum Jahre 1650, wieder Vorräte anzulegen.